Interview mit Agnes Albrecht Coverdesignerin und Autorin.

Danke liebe Agnes, dass du dich zu einem Interview hast begeistern lassen.

Gerade du, die die Cover der Geschichten gestaltest, trägst einen wesentlichen Anteil am Erfolg des Buches mit bei. Was wäre wenn die schönste Geschichte eines Autoren/In kein Gesicht hätte? Würden die Leser dann die Bücher kaufen?

Wie heißt es so schön, liebe auf den ersten Blick.

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Hier steckt z.B. eine wunderbare Geschichte in dem Buch, aber wie toll wird diese Buch erst, wenn es ein Gesicht bekommt?

 

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Gleich viel besser.

 

Hier ein paar Cover

Facebook: Hier findet ihr eine menge tolle Cover und alles rund um Agnes.

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Interview

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Das müssen jetzt so ca. 2 Jahre sein.

 

Frage:

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Nur nebenbei. Ich sehe mich selber als Hobby-Cover-Designerin. Es macht Spaß, ab und an ein Cover zu basteln, aber hauptberuflich? Nein, das kann ich mir eher nicht vorstellen.
Ich schreibe auch nebenbei und würde mir wünschen auch als Autorin anerkannt zu werden.
Durch meine Erkrankung (Multiple Sklerose), könnte ich auch nicht garantieren, diesen Job als Vollbeschäftigung durchzustehen. Ich habe manchmal Phasen, da geht es mir einfach nicht gut und ich möchte mir auch dann die Freiheit nehmen können, einen Auftrag zurückweisen zu können, ohne, dass gleich mein Ruf oder meine Existenz auf dem Spiel stehen.

 

Frage:

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Das habe ich eigentlich meiner Freundin und Autorenkollegin Katja Schnee zu verdanken. Sie hatte an einer Geschichte geschrieben, aber wie das bei den meisten SP’lern so ist, fehlte das Geld für ein Cover von einem Profi. Ich war so schrecklich schlecht zu Beginn, dass es zum Fremdschämen war. Ich habe mir fast alles selber beigebracht. Lernen – versagen – lernen – versagen und wieder lernen und nicht aufgeben. Doch dank meines Bruders, der Mediendesigner für Digital- und Printmedien ist, hatte ich zusätzlich eine Anlaufstelle. Es gibt kaum einen geduldigeren Bruder (danke, mein Schatzi für all deine Zeit). Es gibt noch heute so viele Dinge, die ich nicht über das Coverdesignen weiß, dass man ganze Bücher mit meiner Unwissenheit füllen könnte. *lach*

 

Frage:

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Bilder. Wenn ich manchmal schöne Bilder betrachte, sehe ich eine Geschichte dahinter und die Ideen kommen ganz von alleine. Das sind ganz verschiedene Motive, die mich inspirieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Objekte oder Subjekte handelt. Manchmal geben mir andere Cover neue Ideen. Ich sehe ein tolles Cover und versuche ebenfalls etwas in diese Richtung zu machen, ohne das Cover jedoch abzukupfern und mit meiner ganz eignen Gestaltungsart. Ich versuche ihm meinen eignen Stempel aufzudrücken, ihm etwas Einzigartiges zu geben.

 

Frage:

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Oh, das habe ich bisher gar nicht gezählt. Auf BookRix und in meiner Autorengruppe auf Facebook gibt es einige Autoren, die meine Cover nutzen. Die meisten eher nicht für den Verkauf, sondern für Bücher- und Autorengruppen wie schon genannt BookRix oder Wattpad.

Im Verkauf sind derzeit zum Beispiel die Bücher von Eyrisha Summers, deren Cover ich mit Freuden gestalten durfte. Die Wintersonnenwenden Anthologie unserer Autorengruppe, die für einen guten Zweck verkauft wird. Einige Kurzromane von Mark Short. Eines durfte ich auch schon für Elvira Zeißler machen und auch für Allyson Snow, die zwei wirklich süße Kurzgeschichten über einen Keks geschrieben hat.

Von mir selber gibt es auch eine Kurzgeschichte mit meinem Cover als E-Book kostenlos in verschiedenen Onlineshops zu „kaufen“

 

Frage:

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Das ist wirklich ganz verschieden. Es gibt Cover, die habe ich in 2 -3 Stunden fertig und dann gibt es welche, an denen ich tagelang sitze, weil es einfach nicht so wird, wie ich es mir wünsche.
Man muss die Grundbilder aussuchen, alleine das braucht seine Zeit und dann muss man sehen, ob sie auch in Kombination gut aussehen – falls es sich um mehr als ein Grundbild handelt. Manchmal muss ich Formen oder Menschen freistellen und ausschneiden, um sie in ein anderes Bild einzufügen, das dauert ewig.
Ein Cover wird in Ebenen erstellt. Jedes Bild bekommt eine eigene Ebene, daher komme ich manchmal auf 20 bis 30 Ebenen. So kann man jede Einzelheit separat bearbeiten, ohne gleich das Bild zu verwerfen, wenn mir mal etwas nicht gefällt.
Dann muss natürlich auch die Schrift ausgesucht werden, denn auch sie bildet ein Highlight und ist ein Hingucker. Manche Cover sehen mit einer schlichten Schrift besser aus, andere brauchen einen Boom-Effekt.
Natürlich richte ich mich auch da nach den Wünschen meiner AuftraggeberInnen. Denn mein Geschmack zählt bei Auftragsarbeiten nicht, das wäre auch schlimm. *lach*
Ich versuche die Wünsche meiner Kunden immer so genau wie möglich umzusetzen, denn wenn meine AuftraggeberInnen zufrieden sind, bin ich es auch.

 

Frage:

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Das ist verschieden, einige geben mir freie Hand und sprechen mir ihr Vertrauen aus, wieder andere haben ganz genaue Vorstellungen und bringen sogar ihre Bilderwünsche gleich mit. Am liebsten habe ich es, wenn man mir eine konkrete Vorstellung liefert. Manche kommen auch mit dem Wunsch, dass das Cover einem anderen ähneln soll, ohne es zu kopieren, natürlich. Damit kann ich auch gut arbeiten.

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Oh je? Insgesamt? Also auch die, die nie einen Besitzer gefunden haben? Puh, das dürften mittlerweile über 200 sein. Wobei aber bestimmt die Hälfte eher ziemlich schlecht waren.*lach*

Frage

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Wie ich bereits oben erwähnte, kommt es ganz auf die Wünsche meiner Kunden an. Manche flutschen mir einfach so von der Hand, bei anderen tue ich mich wirklich schwer und dann fühlt es sich wirklich wie Arbeit an. Ich versuche jedem Cover etwas Besonderes zu schenken, etwas Individuelles, das die Leute anspricht. Das ist nicht immer leicht und gelingt mir gewiss auch nicht immer. Manchmal wünschen sich meine AuftraggeberInnen auch eine Printvorlage. Das umzusetzen war für mich am Anfang wirklich sehr schwer, da man bei einem Cover, das gedruckt wird, ganz anders vorgehen muss, als bei einem einfachen E-Book-Cover. Ich bin zu Beginn schier daran verzweifelt
Manche bleiben mir auch treu und ich darf ganze Reihen erstellen. Daran habe ich besonders viel Spaß.

 

Frage:

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Ich weiß nicht, ob man das Stolz nennen kann, sagen wir eher, ich freue mich ein Mops im Bohnenstroh, wenn ein Buch mit einem meiner Cover auf den Markt kommt. *lach* Als Eyrishas Bücher weggingen wie warme Semmeln, war ich völlig perplex. Sie erklärte mir ständig (und sie macht das heute noch), dass es meine Cover wären, die die Leute angesprochen hätte. Es fällt mir noch immer schwer das zu glauben, da ich glaube, dass Menschen nicht nur visuell veranlagt sind. Klar, Leute schauen eher in ein Buch, das in ein hübsches »Kleid« gehüllt ist, aber letztendlich entscheidet meiner Meinung nach doch der Inhalt. Das ist wie beim Menschen, man lässt sich vielleicht am Anfang vom Äußeren blenden, aber wenn der Inhalt nicht stimmt, hat das Visuelle keinen Bestand. Heißt – nur wenn die Geschichte gut war, werden die Leser auch zum zweiten Teil greifen oder zu einem anderen Buch des Autors oder der Autorin. Wenn die Geschichte schlecht war, kann die Hülle noch so hübsch sein, es wird kein weiteres Buch mehr gekauft.

 

Frage:

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Ich wünsche mir, dass ihr meine Cover anseht und euer Kopfkino beginnt, bevor ihr auch nur einen Blick ins Buch werfen konntet. Ich will eure Fantasie anregen, eure Neugierde entfachen.
Und alle Coverdesigner freuen sich darüber, wenn ihr bei einer Rezension auch ein oder zwei Worte über das Cover verlieren würdet, positiv, wie negativ – denn nur so können auch wir dazulernen.

Ich wünsche allen Lesern eine wunderbare Zeit in den Büchern, in denen ihr euch verliert. Genießt die fremden Welten, genießt das Herzklopfen, wenn eure Lieblingscharaktere in Gefahr schweben, genießt die emotionalen Momente, wenn heimliche Küsse gestohlen werden.

 

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Vielen Dank, liebe Regina. Ich hatte wirklich viel Spaß an diesem Interview, deine Fragen haben mir zum Teil einen anderen Blickwinkel auf meine Arbeiten gegeben.
Ich hoffe, ich konnte deine Fragen zufriedenstellend beantworten und hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Welt schenken.

 

Kontaktdaten von Agnes:

Bookrix:

 

Facebook:

 

 

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